Der Winter ist heuer zwar spät gekommen, aber dafür lässt er uns jetzt so richtig frieren, mit Temperaturen im zweistelligen Minusbereich! Wie immer gilt unsere erste Sorge dem Wein und daher stellten wir uns die Frage: „Wann gefriert eigentlich Wein?“
Der Gefrierpunkt hängt vom Alkoholgehalt ab. Je höher der Alkoholgehalt, desto kälter muss es sein, damit der Wein gefriert. Bei 12 % Alkoholgehalt liegt der Gefrierpunkt bei etwa -5 °C, bei 14 % bei etwa -6 °C. Allerdings kommt es schon weit früher zu Qualitätseinbußen. Die durch die Kälte veränderten chemischen Prozesse schaden dem Wein schon bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, wie die DLG auf wein.de schreibt:
Zunächst einmal stellt sich die Frage, ob es denn nun überhaupt so dramatisch ist, wenn Wein friert. Ist es, wissen die Experten! Klaus Rufli von der DLG: “Es muss auf alle Fälle vermieden werden, dass der Wein gefriert. Die dann ausfallenden weineigenen Eiweiße führen alleine oder zusammen mit Polyphenolen zu Trübungen.”
Auch wird das physikalische Gleichgewicht der ‘alkoholischen Lösung’ Wein gestört: Der Mineralstoff-Haushalt gerät durcheinander, da der Lösungskoeffizient von z. B. Kalium temperaturabhängig ist fällt ungewollt Weinstein aus. Dadurch sinkt wiederum der Säuregehalt im Wein.
Auch vermindert sich bei gefrorenem Wein der zuckerfreie Extrakt. Der Wein schmeckt dadurch milder und ist weniger prägnant.
Was einige in ihren hoffentlich warmen Büros und Wohnzimmern vielleicht vergessen: Auch der Versand- und Onlinehandel ist durch den momentanen Kälteeinbruch betroffen. Bei den aktuell vorherrschenden Temperaturen ist ein sicherer Versand kaum noch möglich. Erste Weinshops, wie zum Beispiel cru.de, haben darum Lieferungen vorübergehend eingestellt:
Wir haben uns entschlossen, aktuell die Auslieferung von Weinsendungen zu Ihrer Sicherheit einzustellen, da wir nicht garantieren können, dass die Weine während der mindestens 24 stündigen Auslieferungsphase bei über 0 Grad gehalten werden.
Wir bitten um Ihr Verständnis und werden alle Bestellungen zeitnah versenden, wenn es das Wetter wieder zulässt.
Natürlich gibt es Möglichkeiten, die Temperatur des Weins für den Versand mit sogenannten „Hotpacks“, die eigentlich für den Versand von Zierfischen eingesetzt werden, für bis zu 24 Stunden über 0 °C zu halten. Allerdings bieten das die wenigsten Versender (bislang) an.
Wenn Sie also auf Nummer sicher gehen wollen, warten Sie lieber noch ein paar Tage mit Ihrer Bestellung, bis das Wetter dem Wein wieder etwas gesonnener ist. Das erspart Ihnen eine spätere Enttäuschung und außerdem wäre es einfach schade um den guten Wein…