Chile, das Land der Extreme: von Nord nach Süd erstreckt sich Chile über eine Länge von rund 4.300 Kilometern. Das ist in etwa die Strecke von Dänemark bis in die Sahara. Ähnlich unterschiedlich sind auch die klimatischen Verhältnisse innerhalb Chiles. Heiß am einen Ende, kalt am anderen und in der Mitte das perfekte Klima für ausgezeichnete Weine.
Chile kann als der Shooting Star des internationalen Weins bezeichnet werden. In den frühen 80er Jahren war der Weinbau fast nicht mehr existent. Erst Mitte der 80er Jahre begannen meist ausländische und vor allem französische Investoren, in den Wiederaufbau des chilenischen Weins zu investieren. Heute, knapp 30 Jahre später, zählt Chile zu den zehn größten und auch qualitativ hochwertigsten Weinproduzenten der Welt.
Auf 200.000 Hektar wurden 2010 etwa 8,8 Millionen Hektoliter Wein produziert (PDF). Die exportierte Menge ist von 0,5 Millionen Hektolitern 1990 auf fast 7 Millionen Hektoliter 2009 gewachsen. Die extreme Wachstumsgeschwindigkeit verdeutlicht wohl am besten das Umsatzvolumen im Export: von 10 Millionen US-Dollar 1985 ist es innerhalb von 23 Jahren auf fast 1,4 Milliarden US-Dollar in 2008 gestiegen. Bis 2020 wird für Chile nochmals eine Verdoppelung der Exportmenge erwartet.
Der Grund für das Wachstum ist eigentlich ganz einfach: Wohl kein anderes Land der Erde bietet derart perfekte Bedingungen für den Weinbau. Das Valle Central, in dem gut 90 % der chilenischen Weinbauflächen liegen, bietet mineralische Böden und ein mediterranes Klima mit gleichmäßigen Temperaturen am Tag und deutlicher Abkühlung in der Nacht. Das Tal selbst ist extrem trocken und der Wein wird künstlich und dadurch optimal bewässert.
Chile gilt manchem Weinkenner darum auch als das bessere Bordeaux. Nachdem spanische Investoren in den 80ern für die Initialzündung sorgten, investieren heute fast alle französischen Weingüter, die Rang und Namen haben, in Chile:
Auftakt des Booms war 1981, als die spanische Firma Miguel Torres im Zentraltal in der Nähe von Curicó ein riesiges Weingut aus dem Boden stampfte. Es folgten zahlreiche Auslandsinvestoren, darunter Rothschild, Larose Trintaudon, Grand Marnier, Robert Mondavi und die Brüder Christian. Alles, was in Bordeaux einen Namen hat, versucht sich derzeit in Chile einzukaufen und Terroir zu erschließen.
Durch die geographische Abgeschiedenheit ist Chile bis heute das einzige Weinland der Erde, in dem sowohl Reblaus wie auch falscher Mehltau nicht auftreten. Vor allem die Reblaus hatte in Europa im 19. Jahrhundert für extreme Schäden und die Ausrottung mancher Rebsorten gesorgt, die in Chile unbeschadet überlebt hatten und nach Frankreich reimportiert wurden.
Chile ist bis heute das einzige Land, in dem viele der klassischen Sorten noch in ihrer natürlichen Form auftreten und nicht durch Aufpfropfen auf schädlingsresistente Unterlagsreben entstanden sind. Bis heute werden in Chile hauptsächlich französische und spanische, in erster Linie rote Rebsorten, angebaut:
| Cabernet Sauvignon rot | 39,4 % |
| Merlot rot | 15,2 % |
| País rot | 12,8 % |
| Chardonnay weiß | 8,6 % |
| Sauvigon Blanc weiß | 7,3 % |
| Carmenère rot | 6,5 % |
| Syrah rot | 4,4 % |
| Sémillon weiß | 1,9 % |
| Pinot Noir rot | 1,5 % |
| Malbec rot | 0,7 % |
Neben roter Cabernet Sauvignon, die in Chile zu vollmundigen tanninreichen Weinen ausgebaut wird, ist in den letzten Jahren vor allem eine alte französische Rebe auf dem Vormarsch: Carmenère ist eine Merlot-ähnliche Rebsorte, die in Frankreich durch die Reblaus fast vollständig ausgerottet wurde. Heute liefert Carmenère in Chile Qualitäten, die in Frankreich klimatisch bedingt nie möglich gewesen wären: Schwere alkoholreiche Weine mit feinen Leder- und Beerenaromen. Auch Syrah aus Chile bietet ausgezeichnete Qualität, die sich vor den Ursprungsgebieten nicht verstecken muss.
Bei den Weißweinen sind es vor allem Chardonnay und Sauvignon blanc aus dem Anbaugebiet Casablanca. Allerdings spielt chilenischer Weißwein bis heute eine eher untergeordnete Rolle.
Lange galt Wein aus Chile als der perfekte Modewein: fruchtige, frische Weine zu günstigen Preisen. Inzwischen werden aber auch in Chile ausgezeichnete Qualitäten erzeugt, die sich mit den besten Weinen der Welt messen lassen können.

Die Bekämpfung des Schädlings ist selbst mit konventionellen Methoden nicht einfach, da sich die Fliege sehr schnell vermehrt und 

