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Mehr als nur Reformhaus: ökologischer und biologischer Weinbau

22. Februar 2012

Die Lebensmittelskandale der letzten Jahre haben zu einer Verunsicherung der Verbraucher geführt und dadurch einen regelrechten Boom für Bio- und Ökoprodukte ausgelöst. Wein macht dabei keine Ausnahme. Bio-Gütesiegel versprechen „kontrollierten Anbau“ und „ökologische Produktion“ von Lebensmitteln. Auch auf Weinflaschen finden sich inzwischen die gängigen Siegel von Bioland, Demeter und Naturland. Das bekannteste und auch bei Wein weit verbreitete staatliche BIO-Siegel ist ein noch relativ junger Standard, der erst 2001 eingeführt wurde.

Hinter dem BIO-Siegel steht eine Art TÜV für die Landwirtschaft und damit auch für den Weinbau. Betriebe und Produkte, die das Siegel tragen, unterliegen strengen Kontrollen. Beispielsweise dürfen BIO-Produkte nicht mit Pflanzenschutzmittel behandelt sein, keine Gentechnik enthalten oder mit Geschmacksverstärkern oder künstlichen Aromen und Farbstoffen bearbeitet werden. Kontrolliert werden die Betriebe ähnlich, wie man es von Dopingkontrollen im Sport kennt: in unangekündigten Stichproben aber mindestens einmal jährlich. Kritiker bemängeln aber, dass die EG-Öko-Verordnung einen recht großen Spielraum lässt, was die Auslegung von BIO vor allem im Ausbau zulässt.

Ab dem Jahrgang 2012 wird es noch ein weiteres Siegel für BIO-Weine geben. Erst vor einigen Tagen hat die EU ein jahrelanges Verfahren abgeschlossen und auch für BIO-Weine das Europäische BIO-Siegel freigegeben, wie der Branchenband ECOVIN bekannt gegeben hat:

Die jetzt vorliegenden Richtlinien erlauben eine klare Differenzierung zwischen „Bio-Wein“ und „Nicht Bio-Wein“.  Sie ermöglichen es das positive Image des „Bio-Weines“ als gewachsen auf gesundem, fruchtbarem Boden, nach ökologischen Regeln erzeugt und mit deutlich geringeren zugelassenen Hilfsstoffen und oenologischen Verfahren sowie ohne Gentechnik vinifiziert, herauszustellen.

Der Durchbruch des ökologischen Weinbaus liegt übrigens im Glykol-Skandal der 80er Jahre begründet. Die Branche hatte damals in Österreich aber auch in Deutschland mit einem extremen Vertrauensverlust der Verbraucher zu kämpfen. Mitte der 80er wurde daraus der bis heute bekannteste Öko-Weinverband ECOVIN gegründet:

Seit seiner Gründung 1985 steht der größte Verband ökologisch arbeitender Weingüter für mehr als die Erzeugung guter Weine: ECOVIN-Mitglieder identifizieren sich mit Artenvielfalt, dem Respekt vor der Natur, mit Sinnhaftigkeit und Ästhetik.

Heute bewirtschaften 215 Mitgliedsbetriebe etwa 1.400 Hektar Rebfläche nach streng ökologischen Gesichtspunkten, die noch weit über die bestehenden EU-Vorschriften hinausgehen. Die Mitglieder verpflichten sich zu einem „ganzheitlichen Anbausystem“, das nicht nur der Natur, sondern auch dem Wein zu Gute kommt:

Schonender Umgang mit Wasser und Boden – Ökowinzer verzichten auf Kunstdünger und setzen nur organische und schwerlösliche Dünger ein. Sie verwenden keine naturfremden chemisch-synthetischen Substanzen– ein Plus für unsere Böden und das Grundwasser.

Prävention statt Pestizide – Die Ökowinzer schützen ihre Reben vor Schädlingen und Krankheiten, indem sie Nützlinge fördern, pflanzenstärkende Pflegepräparate einsetzen und Rebsorten anpflanzen, die natürlicherweise widerstandsfähig gegen Pilzerkrankungen sind.

Förderung der Artenvielfalt – Ökowinzer schaffen mit blühenden grünen Untersaaten in ihren Weinbergen sowie durch Mauern, Büsche und Bäume neue vielfältige Lebensräume für oft schon bedrohte Pflanzen- und Tierarten.

Naturprodukte statt Gentechnik – Bei der Pflanzenwahl wie auch bei Hefen und anderen eingesetzten Produkten wird dieses Qualitätskriterium durch strenge Kontrollen garantiert.

Durch den naturnahen Anbau wachsen und leben in den Weinbergen nicht nur Monokulturen, sondern eine großen Pflanzen- und Tierartenvielfalt. Außerdem kommt der naturnahe Ausbau in der Regel der Qualität des Weins zu Gute: Ökologisch arbeitende Weingüter haben meist deutlich geringere Hektarerträge als konventionell arbeitende Betriebe. Einige Weinkenner schwören auch darauf, dass das Terroir bei derartigen Naturweinen besser zur Geltung kommt.

Ob man das alles tatsächlich bei jedem Bio-Wein schmeckt oder nicht? Das bleibt wie immer dem einzelnen Weintrinker überlassen. Zumindest kann man sich aber sicher sein, dass man nicht nur eine „gesunde“ Flasche Wein trinkt, sondern auch noch einen kleinen Beitrag zu einer funktionierenden Natur im jeweiligen Weinberg leistet. Das ist doch auf jeden Fall schon mal was.