Bei manchen Fragen merkt man schon bei der ersten Recherche, dass man nicht der Einzige ist, der sich diese Frage gestellt hat. „Muss Wein nach dem Transport ruhen?“ ist eine der Fragen, bei der man im Internet schnell bei verschiedenen Frageseiten, Foren und Portalen landet. Viele haben sich die Frage bereits gestellt, und viele haben darauf geantwortet.
Wie ist das jetzt aber mit der Ruhezeit nach dem Transport? Eine passende Antwort, die mit den meisten Einschätzungen übereinstimmt, haben wir beim Weingut Amlinger gefunden:
Über die Zeitspanne, die ein Wein ruhen sollte, bis er nach einem Transport geöffnet werden kann, wurde und wird viel diskutiert. Rotwein, speziell alter und hochwertiger, scheint empfindlicher zu sein. Ihm sollte man einige Tage, bis zu 2 Wochen, gönnen. Weißwein dagegen präsentiert sich recht unkompliziert und kann in aller Regel sofort oder nach kurzer Wartezeit (ab 8 Stunden) getrunken werden.
Damit ist auch schon eine wichtige Faustregel genannt: Alte Rotweine sollten ruhen. Jungen Weißweinen ist der Transport meist ziemlich egal. Das liegt hauptsächlich an Gerbstoffen, die sich bei reifen Rotweinen am Boden absetzen. Dieses sogenannte „Depot“ wird durch den Transport aufgewirbelt. Das Ergebnis ist ein trüber Wein, der auch geschmacklich einbüßt. Die Ruhezeit dient also dazu, dass sich diese Stoffe wieder absetzen können und der Wein seine Klarheit zurückgewinnt.
Richtig alten Rotwein sollten Sie also wirklich schon einige Tage vor Ihrer Einladung zum Abendessen beim Gastgeber abgeben. Ein ruhiges, dunkles und kühles Plätzchen und einige Tage Ruhezeit werden dem Wein gut tun.
Bei jungen Weinen ist dies hingegen nicht so entscheidend: Durch moderne Abfüllmethoden und hygienische Standards gelangen schlichtweg weniger „Feststoffe“ in den Wein. Also auch weniger Stoffe, die beim Transport aufgewirbelt werden können.
Kurz gesagt: Die Ruhezeit nach dem Transport ist nicht nur ein Mythos. Bei älteren Jahrgängen – insbesondere bei älteren Rotweinen – durchaus notwendig, bei jüngeren Jahrgängen wird jedoch mit wochenlangen Ruhezeiten nach dem Transport in der Regel unnötig übertrieben.


