QR-Codes bieten der Weinbranche Möglichkeiten, die Online- mit der Offlinewelt zu verknüpfen

QR-Codes bieten eine Möglichkeit, die Online- mit der Offlinewelt zu verbinden. Jedes moderne Smartphone ist durch Scannen der Codes direkt in der Lage, Informationen und vor allem Internetadressen zu übernehmen und gleich anschließend Online-Inhalte anzuzeigen:

Mittels der QR-Codes können kurze Text-Informationen und Links jeglicher Art codiert und von Barcode-Scannern wieder decodiert werden. Damit erspart man den Nutzern Tipparbeit und vermeidet Tippfehler an Stellen, wo richtige Schreibung eminent wichtig ist, zum Beispiel bei Website- oder E-Mail-Adressen.

Vor allem eignen sich QR-Codes als Schnittstelle zwischen analogem – z. B. Visitenkarten, Zeitungen, Zeitschriften, Flyer, Postkarten, Plakate – und digitalem Medium: Internet oder E-Mail. Aber auch innerhalb des Webs können sie als Weiterleitung verwendet werden.

QR-Codes bieten aber auch der Weinbranche ganz neue Möglichkeiten. Einige wenige Weingüter haben die Möglichkeiten bereits für sich erkannt und bieten über QR-Codes auf ihren Weinetiketten direkte Verlinkungen zu weiterführenden Webseiten mit Hintergrundinformationen, Kundenbewertungen oder Menüvorschlägen. Der Kunde bekommt so zusätzliche Informationen, was momentan vielleicht noch für viele eine Spielerei ist, in Zukunft aber durchaus kaufentscheidend werden kann.

Wie solche Etiketten aussehen können, zeigt dieses Beispiel aus Spanien:

(Quelle: www.webzucker.at)

(Quelle: www.webzucker.at)

Die QR-Codes können im nächsten Schritt natürlich auch direkt mit Onlineshops verknüpft sein, über die eine einfache Nachbestellung oder die direkte Bewertung des Weines möglich ist.

Wie weit man mit den technischen Möglichkeiten gehen kann, hat Tesco in Südkorea gezeigt. Anstelle von realen Supermärkten, hat man dort komplett virtuelle Supermärkte in U-Bahnhöfen auf Plakatwänden eröffnet. Der Kunde scannt QR-Codes, bestellt online und bis er Zuhause ankommt, ist die Ware bereits geliefert:

Winepunk! Oder warum auch Lambrusco guter Wein sein kann

Viele „Weinkenner“ sehen im Lambrusco wohl das (untere) Ende der Qualitätsskala. Dazu noch Fast Food und der kulinarische Supergau ist perfekt. Für Marco Giovanni Zanetti fängt es hier erst an: der Sommelier und Weinberater hat im letzten Sommer eine „Lambrusco Verkostung mit Burger und jeder Menge Spaß“ veranstaltet. Eingeladen waren Weinmacher, Blogger und Sommeliers.

Winepunk! nennt Zanetti das. Angefangen hat alles vor vier Jahren:

Wir schreiben das Jahr 2007 (dreißig Jahre nach `77). Ich befinde mich in Vail (Rocky Mountains) und stelle in einem Weinfachgeschäft Weine aus dem Veneto vor. Es handelt sich um autochthone Rebsorten. Den Inhaber interessiert das einen feuchten Kehricht. Jerry K. erzählt stattdessen von seinen Etikettenweinerlebnissen, sowie den drei- bis vierstelligen Beträgen, welche die Weine kosten und bekommt dabei Sabber vor den Mund. Mich langweilt sein Vortrag zu Tode, denn es ist klar dass der Gute Vatter von Wein und der dazu gehörenden Lebensfreude genau so viel versteht wie eine Kuh vom Tiefseetauchen! Zum Abschluss dieser Begegnung der X. Art überreicht er mir in überheblicher arroganter Art seine Visitenkarte:

THE GRANDE LABELS IN WINE – Jerry K. – Owner.
Ich ergänze: WINESNOB! Was kann man solchen Leuten entgegensetzen, fragte ich mich ?

WINEPUNK! war geboren.

Winepunk! – „Gegen das Establishment“. Unter dieser Devise versuchen die Winepunks rund um Marco Giovanni Zanetti und den Traditionsweinhändler Fertsch, Wein einen anderen Stellenwert zu geben. Kein luxuriöses und schickes Thema für einen elitären Kreis, sondern Wein für alle. Für Winepunks zählen nicht berühmte Namen, sondern der Geschmack. Wein und Genuss für alle, die sich bis jetzt noch nicht mit gutem Wein beschäftigen konnten, wollten oder durften.

In der klassischen Weinszene gefällt das nicht jedem. Manch alteingesessener Weinkenner fühlt sich dadurch gehörig auf den Schlips getreten. Erst im Oktober hatte die Weinzeitschrift „Vinum“ wenig schmeichelhafte Worte für die Winepunks! übrig:

Was die Punkrocker der 70er Jahre für die Rockmusik taten, wollen die Winepunks unserer Zeit für den Wein tun: die Befreiung aus den Fängen der Oberschicht, das Getränk raus auf die Strasse holen und somit seinen elitären Anstrich nehmen. Doch das Bild eines Punks, eines Menschen der von Anarchie – von einer Gesellschaft ohne Herrschaft träumt – ist im Weinbereich grundsätzlich Fehl am Platz. Chaos führt schon im Ansatz zu schlechten Resultaten im Rebberg und im Keller. … käme ich mir komisch vor auf einem Rockkonzert mit einem Glas Pinot Noir zu rumzustehen. Das trinke ich hier!”

Das Weingut Würtz hatte daraufhin eine sehr lesenswerte Antwort im Würtz-Blog verfasst.

Winepunk! hin oder her. Mit einem haben die Macher vollkommen recht: Wein ist keine elitäre Angelegenheit. Wer gerne Lambrusco trinkt, soll das auch tun – ohne dabei schiefe Blicke auf sich zu ziehen. Wein auf Punk-Konzerten? Warum nicht!

Wir verfolgen die Entwicklung rund um die Winepunks sehr aufmerksam, weil wir denken, dass vieles davon in die richtige Richtung geht. Eine Richtung, die wir auch mit mywineportal.com einschlagen: einem Marktplatz für Wein, auf dem die Empfehlungen von Mensch zu Mensch und das subjektive persönliche Empfinden im Vordergrund stehen und nicht nur Auszeichnungen und Prädikate diskutiert werden.

In diesem Punkt sind wir uns da mit den Winepunks einig: Wein sollte in erster Linie Spaß machen. Und wenn Lambrusco Spaß macht? Dann ist das so.

Gault Millau 2012: Was die anderen dazu sagen

Der Gault Millau Weinführer 2012 wurde kürzlich veröffentlicht. Wie jedes Jahr hat auch die aktuelle Ausgabe wieder für einige Diskussionen gesorgt. Inzwischen haben sich so ziemlich alle darüber ausgelassen und wir haben die interessantesten Meinungen aus den führenden Wein-Blogs zusammengetragen:

Der Weinkenner meint:

Die Lan­ge­weile kommt vorn im Buch auf. Da, wo eigent­lich Ver­än­de­run­gen sicht­bar wer­den soll­ten. Egon Mül­ler bekommt die Tro­phäe für die „Kol­lek­tion des Jah­res“. Sicher, ein Jahr wie 2010 spielt einem Win­zer mit Schwer­punkt edel­süße Weine in die Kar­ten. Doch kom­men aus dem Kel­ler von Egon Mül­ler nicht schon seit einem hal­ben Jahr­hun­dert groß­ar­tige Kol­lek­tio­nen? Auch in klei­nen Jah­ren? Die ganze Welt weiß das. Einen Erkennt­nis­wert hat diese Aus­zeich­nung nicht. Es sei denn die Erkennt­nis, dass dem Gault Mil­lau nichts mehr einfällt.

Der Direttore meint:

Nun, wie gesagt, alles in allem ist der Gault Millau durchaus konsequent, was nicht davon abhält, dass manche Entscheidungen streitbar sind. Aber ist dies nicht Aufgabe eines Weinführers sein eigenes Profil herauszuarbeiten? Am Ende frei nach Shakespeares “Viel Lärm um nichts” komme ich erneut zu dem Schluss, dass auch der Gault Millau Weinguide 2012 das Standardwerk zum Thema Deutscher Wein bleibt. Streitbar, aber ohne Konkurrenz…

Captain Cork meint:

Beim letzten Blick der ersten Blicke auf den Gault-Millau-Weinguide 2012 bekommt man wieder den gewohnten Eindruck: Eine ganze Menge plausibler aber erwartbarer Entscheidungen, die man kaum in Frage stellen kann, eine Liste der Ewiggleichen, der großen deutschen Winzer, die im Rotationsprinzip mal den einen, mal den anderen Siegerwein stellen dürfen. Eine Überraschung immerhin, die war dabei. Das ist selten geworden. Und Schuld der Redaktion. Die auf keine Suche geht.

The Drink Tank meint:

Ohne die Leistungen Müllers als Weinmacher schmälern zu wollen, scheint mir diese Entscheidung freilich eher einen Frage des Proporzes zu sein nach dem Motto: jetzt muss endlich mal einer vom Mittelrhein her. Man kann es wohl auch als solidarische Referenz an das unter Popularitätsmangel leidende Gebiet sehen, dem der Status des Weltkulturerbes bislang nicht den gewünschten Auftrieb gebracht hat.

Würtz meint:

Der Gault Millau hat ganz sicherlich seinen Stellenwert und ist in einigen Bereichen wichtig. Das möchte ich diesem Buch nicht absprechen. Ich habe einfach nur ein eher ambivalentes Gefühl. Ich denke, es gäbe durchaus spannendere Arten, einen solchen Weinführer zu machen. Natürlich habe ich dafür nicht die finale, wahre und zündende Idee. Woher auch. Ich hinterfrage einfach nur mein eigenes Lese- und Konsumverhalten. Ich reagiere mittlerweile einfach ganz deutlich auf Wein-Empfehlungen, die ich beispielsweise auf Facebook lese. Da weiss ich, wer sie ausspricht und warum. In der Regel, weil der Wein gut schmeckt…

Mit dem Punkt der persönlichen Empfehlungen sind wir auch schon wieder beim Thema von mywineportal.com: Für uns muss Wein in erster Linie schmecken! Und auf die besten Weine werden wir meist über Empfehlungen von Freunden und Bekannten aufmerksam. Ob solch ein „Lieblingswein“ von großen Weinführern ausgezeichnet wurde oder nicht, ist in so einem Fall unwichtig.